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Vom Rittersitz zur Weiterbildungseinrichtung

Foto Haus Rodenberg

Haus Rodenberg wird erstmalig im Jahre 1290 als Rittersitz von Diederich von Rodenberg urkundlich erwähnt.

Es ist wahrscheinlich, dass die Grafen von der Mark, nachdem sie 1288 in den Reichsfürstenstand erhoben worden waren und damit das Burgenbau- und Befestigungsrecht erhalten hatten, in Aplerbeck am Oberlauf des quellnahen Fisch- und Krebsreichen Flusses Emscher eine Schutz- und Befestigungsanlage errichten ließen. Jährliche Überflutungen der Uferwiesen und die geografischen Verhältnisse boten die Anlage einer Wasserburg an.

Mit der Zerstörung der Rodenburg bei Menden 1275 ging dem dort ansässigen Rittergeschlecht der Rodenberger ihr Stammsitz verloren. 1290 schließlich wurde Diederich von Rodenberg mit der Burg Haus Rodenberg zu Aplerbeck durch den Grafen von der Mark belehnt.1

1356 heiratete mit Vrancke von Voß ein neues Geschlecht in die Rodenberger Linie ein.2

Im Zuge des klevisch-märkischen Erbfolgestreites 1422 wurde Haus Rodenberg vollständig zerstört. In der Folgezeit wurde es durch Hermann von Voß wieder aufgebaut.3

1678 erfolgte nach der Vermählung Sophie Wilhelmine von Bodelschwinghs mit Johann Dietrich von Voß der Umbau des Hauses im Stil des Barock, dieser war etwa 1698/99 vollendet. Die Burg sollte nun in erster Linie der Repräsentation, nicht mehr der Verteidigung dienen.4 Beider Initialien sind am heutigen Hauptgebäude links und rechts vom Turm sichtbar.

Aufgrund des Ausbleibens eines männlichen Erben der Linie Rodenberg-Voß kam es zu neuen Eigentumsverhältnissen. Die Burg wurde nun erstmals nicht mehr von den Eigentümern bewohnt.Sie diente nur noch als Ziel für Jagdgesellschaften und wurde Wohnsitz des Verwalters. 1769 wurden die herrschaftlichen Besitzungen verpachtet, doch auch die neuen Pächter zogen nicht auf Haus Rodenberg ein. Es wurde vielmehr zur Unterkunft der Försterfamilie. Dies war in der Zeit von 1849 bis 1925 eine Familie Weber.5

Durch die Verpachtung verfiel der bauliche Zustand des Gebäudes zunehmend. Die Eigentümer des Hauses wechselten ständig, von 1800 bis 1907 gehörte es den Freiherren und Grafen von Bodelschwingh-Plettenberg, zwischen 1907 und 1945 der Familie Innhausen und Knyphausen und nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1985 kam es in den Besitz des Adelsgeschlechts von Alvensleben.6

Im August 1985 erwarb die Stadt Dortmund Haus und Hof Rodenberg von der Familie von Alvensleben. 1989 fiel der Rat der Stadt Dortmund einen Grundsatzbeschluss zur umfassenden Restaurierung des Wasserschlosses mit öffentlichen Fördermitteln von Bund und Land NRW.

Zuvor hatte der Rat der Stadt Dortmund ein Nutzungskonzept für das Haus Rodenberg beschlossen, dass die Volkshochschule als Hauptnutzerin vorsieht, um so auf bestmögliche Art und Weise das Haus für die Bürgerinnen und Bürger zugänglich zu machen. Ein Teil des Erdgeschosses wird nach diesem Beschluss einer gastronomischen Nutzung vorbehalten.

Seit September 1996 nutzt die Volkshochschule Dortmund den ehemaligen Adelssitz als Veranstaltungsort für Weiterbildungsangebote.

Kurzes zur baulichen Anlage:

Archäologische Untersuchungen aus den Jahren nach 1985 ergaben, dass das Haus wahrscheinlich eine geschlossene Wasserburg mit vier Ecktürmen und einer Toranlage war. Die Anlage war symmetrisch rechtwinklig angeordnet.7

Nach der Zerstörung im 15. Jahrhundert wurde Haus Rodenberg im Gräftenteich als Zweiflügelbau wieder aufgebaut, am Ende des 17. Jahrhunderts erfolgte der komplette Neubau der Burg.8

Von der eigentlichen Burganlage ist heute nur noch die Vorburg erhalten - die Hauptburg ist seit ca. 1810 zerstört. Die Vorburg ist ein niedriger zweigeschossiger Bau mit hohem Satteldach und zwei kurzen Seitenflügeln. In der Mitte der Anlage befindet sich ein Treppenturm mit welscher Haube.

Quellangaben:

  1. Liesenberg (Haus Rodenberg, 1998), S. 60
  2. Liesenberg (Haus Rodenberg, 1998), S. 62
  3. Liesenberg (Rittersitz, 1996), S. 28
  4. Goerke (Haus Rodenberg in Dortmund-Aplerbeck, 2000), S. 8
  5. Schleef (Aplerbeck, 1950), S. 287
  6. Liesenberg (Rittersitz, 1996), S. 95 - 98
  7. Brink-Kloke (Älteste Spuren, 1998), S. 27/28
  8. von Steinen (Amt Unna, 1755), S. 719
  9. Kluge/Hansmann (Dortmund-Aplerbeck, 1986), S. 133