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Informationen zur Arbeitnehmerweiterbildung in NRW

  1. Seit wann und mit welcher Intention gibt es das Landesgesetz zum Bildungsurlaub?

    Das seit 1984 bestehende Arbeitnehmerweiterbildungsgesetz (AWbG), das den Bildungsurlaub in Nordrhein-Westfalen regelt, wurde zum Ende 2009 zum zweiten mal novelliert und ist mit Wirkung zum 28. Dezember 2009 in der jetzt gültigen Fassung in Kraft.

    Bildungsurlaubsregelungen sind Ländersache, nicht alle Bundesländer haben solche gesetzlichen Regelungen. Bei den bestehenden Bildungsurlaubsregelungen gibt es Unterschiede in den einzelnen Bestimmungen, einheitlich ist jedoch die Intention, ArbeitnehmerInnen bei Lohn- und Gehaltsfortzahlung zum Zwecke der Weiterbildung von der Arbeit freizustellen.

    Das AWbG regelt daher weniger bildungs-, sondern vielmehr arbeitsrechtliche Fragen, da es im Kern ein Freistellungs- und Lohnfortzahlungsgesetz ist.

  2. Wer kann überhaupt und wie oft Bildungsurlaub machen?

    Anspruch auf Freistellung von der Arbeit zum Zwecke der Weiterbildung und Fortzahlung des Lohnes bzw. Gehaltes haben in NRW ArbeitnehmerInnen (ArbeiterInnen und Angestellte, jedoch keine BeamtInnen und Auszubildende), die ihren Arbeitsschwerpunkt in NRW haben, frühestens nach sechsmonatigem Bestehen des Beschäftigungsverhältnisses.

    Der zeitliche Anspruch bezieht sich im Regelfall auf fünf Arbeitstage im Kalenderjahr. Die Telnahme an einer betrieblich veranlassten Weiterbildung kann den jährlichen Anspruch auf drei Tage reduzieren. Ein nicht wahrgenommener Anspruch kann auf das nächste Jahr übertragen werden.

    Sonderregelungen gibt es für ArbeitnehmerInnen in Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten bzw. mit weniger als 10 Beschäftigten.

    Keinen Anspruch haben Auszubildende und Beamte.

    Teilnehmen an den Bildungsurlaubsveranstaltungen können allerdings auch andere Personen, also SchülerInnen, Studierende, Hausfrauen, Beamte, Arbeitslose und Selbständige – sie müssen lediglich 16 Jahre alt sein.

  3. Welche Einrichtungen dürfen in NRW Bildungsurlaub anbieten?

    Bildungsurlaub darf in NRW nur von  Einrichtungen angeboten werden, die nach § 10 AWbG anerkannt sind. Anerkannt sind Einrichtungen, die seit mindestens zwei Jahren bestehen und ein Gütesiegel nachweisen, das vom zuständigen Ministerium anerkannt ist.

  4. In welchen Themenfeldern kann man sich weiterbilden?

    Die Arbeitnehmerweiterbildung dient der beruflichen und der politischen Weiterbildung sowie deren Verbindung. Dazu gehören z.B. die Themenbereiche: Gesellschaft und Politik, Ökologie und Umwelt, EDV, Elektro- und Steuerungstechnik, Arbeits- und Organisationstechniken, Techniken zum Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit, Sprachen sowie Rhetorik und Kommunikation.

    Die konkrete Wahl des Themenbereichs liegt bei Ihnen als anspruchsberechtigte/r ArbeitnehmerInnen.

    Erfreulicherweise setzt sich in vielen Betrieben die Erkenntnis durch, dass z.B. Stressmanagement, Konfliktreduzierung und Methoden der Organisationsentwicklung oder Mitarbeiterführung Bildungsurlaubsangebote sind, die nicht nur dem Erhalt bzw. der Qualifizierung der Arbeitskraft einzelner dienen, sondern auch für Betriebe profitabel sind.

  5. Welche Kosten entstehen Ihnen?

    BildungsurlauberInnen zahlen das Veranstaltungsentgelt, dass die Bildungseinrichtung erhebt. Bei auswärtiger Unterbringung zahlen Sie ganz oder anteilig die Kosten für Hin- und Rückfahrt,  Unterbringung und Verpflegung. Erfreulicherweise gibt es jedoch zunehmend Firmen, die ihren Beschäftigten auch diese Kosten erstatten, weil der Betrieb von der Weiterbildung des Beschäftigten profitiert.

  6. Wie wird die Freistellung für den Bildungsurlaub beantragt?

    Nach Auswahl des Bildungsurlaubsangebotes melden Sie sich bei der Weiterbildungseinrichtung so früh an, dass Sie 6 Wochen vor Veranstaltungsbeginn Ihrem Arbeitgeber schriftlich Ihr Teilnahmeinteresse mitteilen können. Nach der Anmeldung erhalten Sie von der Weiterbildungseinrichtung folgende Unterlagen:

    • Anmeldebescheinigung – Mitteilung für den Arbeitgeber inkl. des Nachweises über die Anerkennung der Einrichtung,
    • das Seminarprogramm inkl. zeitlichem Ablauf des Seminars und angestrebten Lernzielen.

    Diese Unterlagen müssen Sie bei Ihrem Arbeitgeber fristgerecht einreichen.

    Nach Erhalt der Unterlagen hat der Arbeitgeber nun maximal drei Wochen Zeit, Ihren Antrag zu prüfen.

    Die Ablehnung des Bildungsurlaubs kann erfolgen, wenn

    • betriebliche oder dienstliche Belange, etwa Urlaubsanträge anderer Beschäftigter dem entgegenstehen,
    • Unterlagen unvollständig eingereicht wurden, oder
    • die Veranstaltung keine politische oder berufliche Weiterbildung ist.

    Spätestens drei Wochen vor Veranstaltungsbeginn muss Ihnen Ihr Arbeitgeber die Zustimmung bzw. die begründete Ablehnung zu kommen lassen. Im Fall der Ablehnung des Arbeitgebers haben Sie bei der VHS Dortmund ein kostenfreies Rücktrittsrecht von der gebuchten Veranstaltung.

  7. Aktuelle Bildungsurlaubs-Veranstaltungsbroschüre für Dortmund und NRW

    Die VHS Dortmund bietet im Jahr ca. 150 Bildungsurlaubsveranstaltungen an, an denen durchschnittlich etwa 1200 Personen teilnehmen.

    Die Veranstaltungen der VHS Dortmund finden Sie

    • auf unserer Website unter der Rubrik vhs.bildungsurlaub und können dort online gebucht werden, oder
    • in unserem aktuellen VHS-Programmheft.

    Eine umfangreiche Übersicht aller landesweiten Bildungsurlaubsangebote finden Sie

    Die Broschüre ist in der Volkshochschule Hansastr. 2-4, in Haus Rodenberg in Aplerbeck, im Creativzentrum in Dorstfeld, in den städtischen Bezirksverwaltungsstellen und in anderen Weiterbildungseinrichtungen kostenlos erhältlich. Sie können sie auch telefonisch bei uns anfordern.

    Eine Übersicht zu den Bildungsurlaubs-Regelungen und -Angeboten in den einzelnen Bundesländern bietet die Seite www.iwwb.de. des Deutschen Bildungsservers.